Hintergrund zum Thema Hellsehen

Hellsehen, so alt wie die Menschheit

Schon von jeher hatte der Mensch den Wunsch, das eigene Schicksal vorherbestimmen zu können, bzw. in seine Zukunft zu sehen. Das Hellsehen im Sinne der Wahrsagerei ist daher so alt wie die Kulturgeschichte der Menscheit selbst. In der Fachliteratur wird die Praktik auch als Mantik oder Divination bezeichnet. Besonders der zweite Begriff weist dabei auf die Ursprünge der Wahrsagerei hin. Das mit der hellseherischen Gabe versehene Medium versuchte mit dessen Hilfe den Willen der Götter und damit das Schicksal des Fragenden zu interpretieren.

1533779Skeptische Wissenschaft

Die landläufige Wissenschaft lehnt die Möglichkeit des Hellsehens entschieden ab. Die katholische Kirche verdammt es sogar als Aberglauben, denn Wahrsagerei sei eine Anmaßung des Menschen gegenüber Gott. Viele evangelische Theologen und andere Skeptiker argumentieren ebenfalls, das Hellsehen sei eine Täuschung bw. Selbsttäuschung. Parapsychologen, die selbst keiner anerkannten Wissenschaft angehören, beschwören jedoch, dass manche Menschen durchaus die Gabe besitzen. Sie gehen sogar noch weiter und behaupten, sie wäre eigentlich in jedem Menschen vorhanden, verkümmere aber bei den allermeisten im Verlauf des Heranwachsens. Nicht umsonst scheinen speziell Kleinkinder mitunter erstaunliche Dinge über Zukunftsereignisse zu wissen, die von Erwachsenen jedoch üblicherweise als „blühende Fantasie“ und ähnliches abgetan werden.

Hilfmittel und Techniken

Zur Zukunftsdeutung, aber auch Feststellung der vergangenen und gegenwärtigen Situation eines Menschen, bedienen sich Wahrsager, Hellseher, Deuter, Prognostiker oder wie immer man sie auch nennen mag, allerlei Hilfmittel und Techniken. Dazu gehört zum Beispiel das Kartenlegen genauso wie das Lesen der Handfläche des Fragenden. Das letztere wird Chiromantie genannt. Auch die Astrologie und Horoskope gehören in den Bereich des Hellsehens. In der Antike las man mitunter aus Tiereingeweiden oder Knochen, die in die Luft geworfen wurden und sodann am Boden ein zu deutendes Muster bildeten. Der berühmte französische Okkultist Nostradamus sah laut Historikern in eine Schüssel Wasser und – so heißt es – konnte dadurch in die Zukunft blicken.